Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte

Foto: Andrea Siems

Bei der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte sind die Lippen, der Oberkiefer und der Gaumen nicht vollständig zusammengewachsen. Es gibt sehr unterschiedliche Ausprägungen: Manchmal sind nur die Lippen betroffen oder ein Teil des Gaumens. Manche Spalten betreffen durchgehend Lippe, Kiefer und Gaumen.

Jedes 500. Kind kommt mit dieser meist angeborenen Fehlbildung zur Welt. Die Spalten entstehen zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Schwangerschaft, etwa zwischen der 5. bis 7. Schwangerschafts-
woche. Es werden verschiedene Ursachen angenommen. Wahrscheinlich ist es eine Kombination von äußeren Einflüssen und genetischen Ursachen. Die meisten Kinder mit Spalte haben keine weiteren Probleme, sondern entwickeln sich völlig normal.

Besondere Bedürfnisse achten

Die Behandlungsmöglichkeiten sind heute sehr ausgereift. Sie und Ihr Kind werden durch ein Team begleitet, dass Sie so lange unterstützt, bis das für Ihr Kind bestmögliche Ergebnis hinsichtlich der korrekten Funktion des Mundes und der Ästhetik erreicht wurde. Kinderärzte, HNO-Spezialisten, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen, Zahnärzte, Kieferorthopäden und Logopäden arbeiten dabei eng zusammen.

Häufig werden die Gesichtsspaltbildungen bereits im Ultraschall erkannt. Sicherlich erleben Sie Gefühle wie Schrecken und Trauer. Sehr viele Eltern müssen sich langsam mit dem Gedanken vertraut machen, dass ihr Kind anders aussehen wird als erwartet. Die frühe Diagnose hat jedoch den Vorteil, dass Sie sich nun in Ruhe auf die unerwartete Situation einstellen können. Nehmen Sie jetzt bereits Kontakt zu einem chirurgischen Team auf, das Sie nach der Geburt betreuen kann. Die Gespräche und Beratungen werden Sie sehr beruhigen. Suchen Sie sich auch eine Hebamme, die Sie gern durch die kommende Zeit begleiten wird.

Auch die Wahl der Geburtsklinik ist wichtig. Achten Sie darauf, dass in der Klinik keine routinemäßige Trennung von Ihnen und Ihrem Kind geplant ist. Kinder mit Spalte verhalten sich im Allgemeinen wie jedes andere Neugeborene auch. Es ist für Sie und Ihr Kind besonders wichtig, dass Sie die erste Zeit nach der Geburt entspannt im direkten Hautkontakt verbringen können. Die Verlegung in ein Kinderkrankenhaus und das Legen einer Magensonde sind im Normalfall nicht erforderlich!

Babyfreundliche Geburtskliniken haben ein besonders geschultes Personal, welches die Zeit des Kennenlernens besonders schützt.

Muttermilch hilft

Besprechen Sie bereits in der Schwangerschaft mit der Hebamme und den Ärzten, wie Sie Ihr Kind ernähren wollen. Kinder mit einer Spalte profitieren sehr von der Muttermilch: Da Ihr Kind operiert werden wird, ist der Schutz vor Infektionen und die leichte Verdauung von großer Bedeutung. Ist auch der Gaumen des Kindes von der Spalte betroffen, ist das normale Stillen in den allermeisten Fällen nicht sofort möglich. Die Kinder können das für den Trinkvorgang erforderliche Vakuum im Mund nicht herstellen. Wichtig ist daher, dass Sie die Milchbildung gleichzeitig zum Anlegen des Kindes mit einer Milchpumpe aufbauen. Sie und Ihr Kind werden mit der Zeit günstige Positionen und Hilfsmöglichkeiten herausfinden.

Das Personal der babyfreundlichen Geburtsklinik wird Sie gerne von Anfang an beim Anlegen, Abpumpen und Füttern der Milch unterstützen.

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