Fragen & Antworten

Auf den folgenden Seiten finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um die Zertifizierung als „Babyfreundlich“.

Wenn Sie weitere Informationen benötigen, wenden Sie sich gerne an uns.

Mitgliedschaft und Zertifizierung

 

 

Wie werden wir als Klinik Mitglied in der WHO/UNICEF-Initiative?
Die Mitgliedschaft in der WHO/UNICEF-Initiative „Babyfreundlich“ wird bei der Geschäftsstelle beantragt. Mit der Mitgliedschaft sind viele Vorteile verbunden. Zahlreiche Einrichtungen schließen sich der WHO/UNICEF-Initiative schon zu einem früheren Zeitpunkt an. Das hat gute Gründe: Die Initiative unterstützt Sie ganz konkret auf Ihrem Weg zum Audit, beispielsweise mit interessanten Beratungsleistungen zu ermäßigten Gebühren. Weitere Informationen zur Mitgliedschaft.

Welche Voraussetzungen muss meine Einrichtung erfüllen, um sich zertifizieren zu lassen?
Die im Anforderungskatalog für Geburts- bzw. Kinderkliniken formulierten fachlichen Anforderungen sind die Grundlage für die Auditierung. Nach erfolgreicher Umsetzung und positivem Auditverlauf stellen sie die Voraussetzung zur Zertifizierung dar. Ausführlich informiert die ClarCert GmbH.

Welche Inhalte müssen geschult werden?

Über die verbindlichen Inhalte informiert der Themenkatalog für Geburts- und Kinderkliniken bzw. der ausführliche Themenkatalog für Geburtskliniken. Die Basisschulung umfasst 16 Stunden plus 3 Stunden Theorie. Ärzte/innen müssen mindestens 8 Stunden Theorie und 2 Stunden Praxis nachweisen.

Welche Vorgaben gibt es für die schriftlichen B.E.St.®-Richtlininen?

Die Anforderungskataloge für Babyfreundliche Geburts- bzw. Kinderkliniken sehen vor, dass es schriftliche B.E.St.®-Richtlinien auf der Grundlage der „Zehn Schritte  zur Umsetzung der B.E.St.®-Kriterien“ gibt. Der Verein hat für Geburts- und Kinderkliniken jeweils Minimal-Standards entwickelt, die bei den krankenhauseigenen Richtlinien berücksichtigt werden müssen.

Was regelt der Lizenzvertrag?
Der Lizenzvertrag legt die Durchführung des Zertifizierungsverfahrens sowie die Aufrechterhaltung des dadurch erreichten Qualitätsstandards gemäß der B.E.St.®-Kriterien fest. Er regelt die Nutzung des Zertifikats und des Logo „Babyfreundlich“. Jede Mitgliedseinrichtung, die sich zertifizieren lassen will, muss den Lizenzvertrag unterzeichnen.

Er kann mit einer Frist von drei Monaten zum Ende eines jeden Jahres gekündigt werden. Er endet automatisch mit dem Zeitpunkt einer Beendigung der Mitgliedschaft des Lizenznehmers bei der Initiative.

Was bedeutet das Stufenmodell für Kinderkliniken?
Das Stufenmodell für Kinderkliniken hat zum Ziel, die Zertifizierung als Babyfreundliche Kinderklinik attraktiver zu machen und den Einstieg niederschwelliger zu gestalten.

Die Anforderungen bezüglich der Ernährung der Kinder sind gestaffelt. Welche Prozentzahlen für die Zertifizierung erreicht werden müssen, hängt sowohl vom Gestationsalter der Kinder bei der Geburt als auch von der jeweiligen Stufe der Zertifizierung ab. Von den Kindern, die primär bzw. bei Aufnahme gestillt werden, müssen bei der Entlassung ausschließlich gestillt oder BFHI-Kriterien konform  zugefüttert werden für die

Stufe 1, Mindestanforderung für die Zertifizierung,

•          Gestationsalter bei der Geburt ab SSW 35+0: mind. 60%

•          Gestationsalter bei der Geburt SSW 32+0 bis 34+6: mind. 40%

•          Gestationsalter bei der Geburt bis SSW 31+6: mind. 30%

Stufe 2, die in der Regel bei der ersten Rezertifizierung erreicht wird,

•          Gestationsalter bei der Geburt ab SSW 35+0: mind. 70%

•          Gestationsalter bei der Geburt SSW 32+0 bis 34+6: mind. 60%

•          Gestationsalter bei der Geburt bis SSW 31+6: mind. 50%

Stufe 3

Die Quoten für Stufe 3 werden nach Reevaluation angepasst.

Siehe auch: Anforderungskatalog für Kinderkliniken.

Welche Beratungsleistungen gibt es?
Die Beratungsleistungen im Einzelnen sind hier beschrieben. Mitglieder können die Beratungsleistungen der Initiative zu ermäßigten Gebühren buchen. Besonders attraktiv ist das "Beratungspaket Erstzerifizierung". Es kann in den ersten beiden Jahren der Vereinsmitgliedschaft beauftragt werden. Bis zu 1.100 € können im Vergleich zu einer Einzelbuchung eingespart werden.

Was ist der Unterschied zwischen einem Beratungstag und einem Voraudit?
Viele Einrichtungen buchen einen Beratungstag, der auf Erstzertifizierung (Audit), Re-Zertifizierung (Wiederholaudit) oder ein Voraudit vorbereitet. Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen Beratungstag und Voraudit? Ausführliche Informationen dazu gibt es hier.

Welche Kosten sind mit der Zertifizierung verbunden?
Über die Zertifizierungskosten können Sie sich hier informieren.

Wer gibt Auskünfte zur Zertifizierung?
Über das Zertifizierungsverfahren informiert die ClarCert GmbH.
Ansprechpartnerin: Monique Vogler
Tel.   0731 705116-52, E-Mail: m.vogler@clarcert.de
www.clarcert.com

Postanschrift: Gartenstr. 24, 89231 Neu-Ulm

Wo erhalten wir das Logo „Zertifiziert“?
Nach erfolgreicher Erstzertifizierung erhält die bzw. der Ansprechpartner(in) in Ihrem Haus von der Geschäftsstelle der WHO/UNICEF-Initiative ein Glückwunschschreiben, dem eine CD beigefügt ist. Von dieser CD können Sie das Zertifizierungslogo in allen gängigen Dateiformaten herunterladen. Außerdem senden wir Ihnen auf Wunsch einzelne Dateiformate für Internet und Druck per Mail

Warum gibt es eine Zertifizierungsstelle?
Die Zertifizierung „Babyfreundlich“ erfüllt die Kriterien eines unabhängigen Zertifizierungsprozesses. Zertifizierungssysteme setzen eine Gewaltenteilung zwischen exekutiven, legislativen und judikativen Funktionen voraus.
Informationen zur Zertifizierungskommission
Die ClarCert GmbH zertifiziert im Auftrag der WHO/UNICEF-Initiative Einrichtungen der Geburtshilfe und Kinderheilkunde. Der Auftrag umfasst die administrative Steuerung der Verfahren und die systemorientierte Qualifizierung der Gutachterinnen. Dabei ist die ClarCert GmbH auf eine rein exekutive Funktion festgelegt.

Wo melden wir uns zur (Re-)Zertifizierung an?
ClarCert GmbH
Gartenstr. 24
89231 Neu-Ulm
Ansprechpartnerin: Monique Vogler
Tel.   0731 705116-52, E-Mail: m.vogler@clarcert.de
www.clarcert.com

Einrichtungen, die rezertifiziert werden, werden von der ClarCert GmbH rechtzeitig vorher angeschrieben.

Welche Unterschiede gibt es zwischen Erst- und Rezertifizierung?
Die Erst- und Rezertifizierung unterscheiden sich vor allem in Ablauf, Dauer und Befragungsgruppen. Mehr erfahren.

Welche Optionen gibt es bei der Re-Zertifizierung?
Kliniken, die das System Babyfreundlich erfolgreich etabliert haben, haben nach der erfolgten 2. Rezertifizierung ab 01.01.2017 die Wahl, zwischen einer organisatorisch weniger aufwändigen, dafür jährlichen Überprüfung und dem dreijährigen Rezertifizierungsverfahren mit Wiederholaudit vor Ort. Mehr erfahren

Was geschieht, wenn wir uns nicht rezertifizieren?
Auf Wunsch der Einrichtung kann das Zertifizierungsverfahren beendet werden. Dies ist der Zertifizierungsstelle mindestens 3 Monate vor dem Ablauf der Gültigkeitsdauer des Zertifikats schriftlich mitzuteilen. Die Einrichtung darf nicht mehr Zertifikate oder Hinweise auf die Zertifizierung für interne und externe Zwecke zu verwenden. Sie wird aus der Liste der zertifizierten Einrichtungen entfernt und verliert den Status als ordentliches Mitglied. Es ist dann wieder Fördermitglied der Initiative. Ausführliche Information

Kann das Zertifikat ausgesetzt werden?
Die Zertifizierung kann ausgesetzt werden, wenn die Erfüllung der Zertifizierungsanforderungen nicht sichergestellt ist. Bei einer „Aussetzung des Zertifikates“ wird vereinbart, dass die Einrichtung die Kriterien innerhalb eines vereinbarten Zeitraumes wieder erfüllt. Dieser Zeitraum darf max. 6 Monate betragen. Ausführliche Information

Kann das Zertifikat entzogen werden?
Einer zertifizierten Einrichtung wird das Zertifikat entzogen, wenn die Zertifizierungsanforderungen nicht innerhalb eines vereinbarten Zeitraumes wieder erfüllt werden könnnen. Über einen möglichen Zertifikatsentzug entscheidet der Zertifikatserteilungsausschuss. Ausführliche Informationen dazu gibt es hier.

Was ist bei der Auszeichnungsfeier zu beachten?
Nach erfolgreicher Erstzertifizierung erhält die bzw. der Ansprechpartner(in) in Ihrem Haus von der Geschäftsstelle der WHO/UNICEF-Initiative ein Glückwunschschreiben. Es enthält auch einen ausführlichen Leitfaden für die Durchführung der Auszeichnungsfeier sowie eine Vereinbarung. Senden Sie diese Vereinbarung mit Ihren Wunschterminen und eventuell Vorschlägen für eine(n) prominente(n) Laudator/in an die Geschäftsstelle. Ein Mitarbeiter setzt sich dann mit Ihnen in Verbindung.

Wie können wir die Mitgliedschaft kündigen?
Die Mitgliedschaft kann jederzeit unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von drei Monaten zum Ende des Kalenderjahres beendet werden. Kündigungen müssen dem Verein schriftlich per Brief mitgeteilt werden. Mit der Kündigung der Mitgliedschaft endet der Lizenzvertrag automatisch.

Was geschieht nach Beendigung der Mitgliedschaft?
Das ehemalige Mitglied darf weder das Zertifikat „Babyfreundlich“ noch Hinweise auf die Zertifizierung oder Mitgliedschaft im Verein für interne und externe Zwecke weiter verwenden. Es wird ggf. aus der Liste der zertifizierten Einrichtungen gestrichen und muss die Auszeichnungsurkunde an die Geschäftsstelle des Vereins zurücksenden.

Fachliches

  • Wie lange stillen? Mehr erfahren
  • Ist eine Stilldauer von sechs Monaten in Industrieländern überhaupt nötig? Mehr erfahren
  • Ist Bonding auch bei einem Kaiserschnitt möglich? Mehr erfahren
  • Was bedeutet mütterfreundliche Geburtsbetreuung? Mehr erfahren
  • Was heißt „ausschließlich stillen“? Mehr erfahren
  • Welche medizinischen Gründe erlauben das Zufüttern? Mehr erfahren
  • Wie funktioniert bindungsfördernde Flaschenernährung? Mehr erfahren
  • Dürfen Babyfreundliche Einrichtungen Produkte von Firmen verwenden, die nicht den WHO-Kodex zur Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten befolgen? Mehr erfahren
  • Wie ist Schmerzlinderung bei Routineeingriffen möglich? Mehr erfahren
  • Wie sollte die Personalstruktur in einer babyfreundlichen Einrichtung aussehen? Mehr erfahren
  • Welche ärztlichen Fortbildungen sind empfehlenswert? Mehr erfahren
  • Gibt es gesetzliche Bestimmungen für das 24-Stunden-Rooming-in? Mehr erfahren
  • Darf eine Krankenhausapotheke verbilligt einkaufen? Mehr erfahren



Wie lange stillen?
Der direkte Hautkontakt und das erste Anlegen haben großen Einfluss darauf, ob und wie lange ein Baby gestillt wird. Die WHO empfiehlt sechs Monate ausschließliches Stillen. Weiterstillen mit Bei- und Familienkost kann bis zum Alter von 2 Jahren oder darüber hinaus erfolgen. Davon ausgehend rät die WHO/UNICEF-Initiative Eltern eine Einführung der Beikost unter dem Schutz der Muttermilch-Ernährung. Die Beikost sollte frühestens ab dem 5. Monat eingeführt werden. Nicht der Zeitpunkt der Beikost-Einführung ist entscheidend, sondern die Dauer der Muttermilchernährung. Empfehlung zur Stilldauer

Ist eine Stilldauer von sechs Monaten in Industrieländern überhaupt nötig?
Im Januar 2011 erschien im British Medical Journal ein Review von Mary Fewtrell. Sie widmet sich der Frage, inwieweit die Empfehlung der WHO, sechs Monate ausschließlich zu stillen, für eine wohlhabende, technisierte Region wie das vereinigte Königreich heute weiter aufrechterhalten werden kann. Diese Arbeit hat auch in Deutschland bei Eltern, Hebammen und Ärzten zu erheblicher Verunsicherung geführt.
Stellungnahme der WHO/UNICEF-Initiative
Stellungnahme der Weltgesundheitsorganisation
Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation

Ist Bonding auch bei einem Kaiserschnitt möglich?
Babyfreundliche Einrichtungen ermöglichen den für die Bindung und Entwicklung wichtigen Hautkontakt auch nach einem Kaiserschnitt. Auch Stillen ist möglich. Das kommt nicht nur dem Kind zugute. Es stärkt auch die Mutter-Kind-Bindung und fördert auch die Rückbildung der Gebärmutter.
Empfehlung zur Bindungsförderung bei Kaiserschnitt-Entbindung

Was bedeutet mütterfreundliche Geburtsbetreuung?
Bei jeder Geburt sollen Mütter eine sensible, auf die Vorstellungen, Werte und Traditionen, ethnischen Zugehörigkeit und Religion eingehende Betreuung erhalten. Studien zeigen, dass eine „Mütterfreundliche Geburtsbetreuung“ die Mutter-Kind-Bindung fördert und den Stillerfolg positiv beeinflusst. Die WHO/UNICEF-Initiative unterstützt die evidenzbasierten „10 Schritten der mütterfreundlichen Versorgung“.
Empfehlung "Mütterfreundliche Geburtsbetreuung"

Was heißt „ausschließlich stillen“?
Von Geburt an ausschließlich gestillte Kinder haben Muttermilch direkt aus der Brust und nichts anderes erhalten. BFHI-Kriterien-konform zugefütterte Kinder sind diejenigen, die gestillt werden und/oder Muttermilch mit Zufüttermethoden für gestillte Kinder bekommen haben, und/oder zusätzlich aus akzeptablen medizinischen Gründen mit Zufüttermethoden für gestillte Kinder (nicht mit der Flasche) mit anderer Nahrung zugefüttert wurden.

Welche medizinischen Gründe erlauben das Zufüttern?
Babyfreundliche Einrichtungen leiten die Mütter zum ausschließlichen Stillen an. In einigen Situationen gibt es jedoch medizinische Gründe für das Zufüttern oder auch dafür, ganz auf Muttermilch zu verzichten. Die WHO-Empfehlung „Acceptable medical reasons for supplementation" (2009) definiert diese besonderen Situationen und empfiehlt spezifische Ernährungspläne und Fütterungsmethoden. Dazu gibt es eine deutschsprachige Empfehlung der WHO/UNICEF-Initiative: „Medizinische Gründe zum Zufüttern“

Wie funktioniert bindungsfördernde Flaschenernährung?
Auch Mütter, die nicht oder teilweise stillen, sind in einer babyfreundlichen Einrichtung bestens aufgehoben und können lernen, wie beim Flaschefüttern Bindung und Entwicklung des Kindes gefördert wird. Die WHO/UNICEF-Initiative hat dazu eine Empfehlungen herausgeben und Tipps für die Auswahl geeigneter Säuglingsmilch sowie Hinweise für die korrekte Zubereitung zusammengestellt. 
Die Informationen „Mit Nähe zum Baby die Flasche geben" und „Anleitung für die Zubereitung künstlicher Säuglingsmilch" sollen jedoch nur im Einzelfall an Frauen, die nicht stillen, weitergegeben werden. Sie dürfen nicht für Gruppenunterweisungen eingesetzt werden, da dies gegen die Bestimmungen des  WHO-Kodexes verstoßen würde.

Dürfen Babyfreundliche Einrichtungen Produkte von Firmen verwenden, die nicht den WHO-Kodex zur Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten befolgen?
Weltweit hat das unkontrollierte Marketing der Babynahrungshersteller dazu geführt, dass immer weniger gestillt wurde. Auch heute noch werden Mütter durch Werbung für Ersatzprodukte so beeinflusst, dass sie sich möglicherweise gegen das Stillen entscheiden. Ziel des 1981 verabschiedeten WHO-Kodex ist es, die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten zu regulieren, nicht zu verbieten. Eltern und auch Fachkräfte sollen sachlich richtige und angemessene Produktinformationen erhalten, um eine informierte Entscheidung über die Verwendung dieser Produkte treffen zu können. Der WHO-Kodex gilt für alle Muttermilchersatzprodukte, die für Säuglinge unter sechs Monaten angeboten werden, sowie für Folgemilch, Säfte, Breie, Flaschen und Sauger. Milchpumpen und Stillhilfsmittel werden nicht berücksichtigt. Mehr Infos

Wie ist Schmerzlinderung bei Routineeingriffen möglich?
Zur Förderung des Stillens und der Eltern-Kind-Bindung müssen in Babyfreundlichen Einrichtungen bei der Anwendung von schmerzlindernden Maßnahmen in der Neonatologie die Kriterien von WHO und UNICEF beachtet werden. Mehr Infos: Info Schmerzlinderung

Wie sollte die Personalstruktur in einer babyfreundlichen Einrichtung aussehen?
Die Zertifizierung durch die WHO/UNICEF-Initiative „Babyfreundlich“ dient der  Qualitätssicherung in Einrichtungen der Geburts- und Kinderheilkunde und bietet Eltern eine wichtige Orientierungshilfe. Die Vorbereitung auf die Zertifizierung stellt eine große Herausforderung dar. In Zeiten von Fallpauschalen, der ohnehin starken Beanspruchung des Personals und knappen Budgets ist dies nicht leicht. Für eine Zertifizierung sprechen jedoch viele Faktoren. Babyfreundliche Einrichtungen wissen, wie interne Prozesse optimiert werden, die interdisziplinäre Zusammenarbeit verbessert und der Mitarbeiterzufriedenheit gesteigert werden können. Das internationale Qualitätssiegel Babyfreundlich bietet darüber hinaus zahlreiche Möglichkeiten für das Klinikmarketing.
Empfehlung zur Personalstruktur Babyfreundlicher Kliniken  

Welche ärztlichen Fortbildungen sind empfehlenswert?
Für Ärzte und Ärztinnen in Babyfreundlichen Einrichtungen empfehlen sich spezielle Weiterbildungen. Die Fortbildung muss alle „Zehn Schritte" und der „Internationale Kodex zur Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten“ sowie die WHO-Folgeresolutionen umfassen. Diskutiert werden müssen auch individuelle Problembereiche des Krankenhauses. Der Aufbau eines interdisziplinären Betreuungsteams ist ratsam. Für die Erstellung von B.E.St.®-Richtlinien ist die Zusammenarbeit aller Berufsgruppen unerlässlich.

Für das Personal gibt es verbindliche Schulungszeiten. Danach umfasst die Basisschulung 16 Stunden Theorie und 3 Stunden Praxis. Ärzte/innen müssen mindestens 8 Stunden Theorie und 2 Stunden Praxis nachweisen.

 

Gibt es gesetzliche Bestimmungen für das 24-Stunden-Rooming-in?
Grundsätzlich gibt es zu dieser Frage keine konkrete gesetzliche Bestimmung. Gerade bei der Einführung des 24-Stunden-Rooming-ins tauchen häufig Unsicherheiten auf, wer die Verantwortung für das Neugeborene trägt. Mit der Einführung des neuen Konzeptes wächst aber allmählich auch das Vertrauen in die Fähigkeit der Mutter, für das Neugeborene zu sorgen. Die WHO/UNICEF-Initiative empfiehlt, sich bei bereits anerkannten Babyfreundlichen Einrichtungen zu erkundigen, wie die anfänglichen Schwierigkeiten überwunden werden konnten.

Darf eine Krankenhausapotheke verbilligt einkaufen?
Ja. Auch Babyfreundlichen Krankenhäusern (bzw. deren Krankenhausapotheken) ist es gestattet, zu marktüblichen Rabatten Muttermilchersatzprodukte einzukaufen. Diese Angebote dürfen jedoch nicht den Charakter einer unlauteren Beeinflussung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben.

 

 

Sonstiges

 

 

Wo kann ich Broschüren bestellen?
Broschüren und Flyer können bei der Geschäftsstelle der WHO/UNICEF-Initiative angefordert werden per Mail oder Telefon 02204 404590.

Kosten die Materialien der WHO/UNICEF-Initiative etwas?
Die Materialien der WHO/UNICEF-Initiative „Babyfreundlich“ sind in der Regel – auch für Nicht-Mitglieder – kostenfrei bzw. können über die Internetseite heruntergeladen werden.
Die CD „Wiegenlieder“ wird exklusiv nur an Mitglieder zum Preis von 1,20 € (Mindestbestellwert 10 Stück) abgegeben. Bestellungen über die Geschäftsstelle

Gibt es fremdsprachliche Publikationen?
In englischer, türkischer, russischer und arabischer Sprache liegt das  Elternfaltblatt der Initiative „Weil der Anfang zählt“ vor. Die Broschüre "Stilltipps" gibt es auf Deutsch und Türkisch. In Türkisch, Englisch und Russisch können die Plakate "B.E.St.® - 10 Schritte für eine Babyfreundliche Geburtsklinik" und "B.E.St.® - 10 Schritte für eine Babyfreundliche Kinderklinik" abgerufen werden. Alle genannten Materialien sind ausschließlich zum Herunterladen. Es gibt keine gedruckten Exemplare. Zum Download

Eine Liste führt nicht-deutschsprachige Informationen anderer Insititutionen auf. Eine gute Übersicht ü hat das Europäische Institut für Laktation und Stillen herausgegeben. Eine Broschüre des Hebammenverbandes arbeitet nur mit Bildern und ohne Text.

Wer hilft bei Problemen mit der Stillstatistik?
Es gibt ausführliche Anleitungen zum Ausfüllen der Stillstatistik für Geburtskliniken oder Kinderkliniken. Auch die Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle helfen Ihnen gerne weiter: Telefon 02204/404590, montags bis freitags von 9:00 Uhr bis 13:00 Uhr, oder per E-Mail.

 

 

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