Babyfreundlich weltweit

In Entwicklungsländern fehlen oft die Voraussetzungen für eine hygienische Zubereitung von Muttermilchersatznahrung. Laut UNICEF könnten rund eine Million Kinder unter zwei Jahren vor dem Tod bewahrt werden, wenn sie bis zu zwei Jahren gestillt würden. Nur knapp 40 Prozent der Babys in Afrika, Asien, Lateinamerika und der Karibik kommen jedoch ausschließlich in den Genuss von Muttermilch — obwohl Stillen nicht nur die beste, sondern auch die billigste Art der Säuglingsernährung ist. Ihr Risiko, noch im Kindesalter zu sterben, ist deutlich erhöht.

1991 haben die Weltgesundheitsorganisation WHO und das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF die „Babyfriendly Hospital Initiative“ (BFHI) zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Eltern-Kind-Bindung, die Entwicklung der Kinder und das Stillen zu fördern. Weltweit gibt es inzwischen über 21.000 Babyfreundliche Krankenhäuser in über 150 Ländern. Rund 1.100 Babyfreundliche Krankenhäuser befinden sich in Industriestaaten.
In Deutschland fasste die WHO/UNICEF-Initiative 1992 Fuß.

25 Jahre BFHI und Internationales Netzwerk

Vor 25 Jahren wurde die „Baby-Friendly Hospital Initiative“ (BFHI) von Weltgesundheitsorganisation WHO und UNICEF ins Leben gerufen. Ziel war es, das Stillen in Krankenhäusern zu schützen, unterstützen und zu fördern. Seit 1991 konnten mehr als 20.000 Einrichtungen weltweit als „Babyfreundlich“ ausgezeichnet werden.

Aus Anlass des 25-jährigen Bestehens lud die WHO zu einem internationalen Kongress der Baby-Friendly Hospital Initiative ein. Vom 24. bis 26.10.2016 tagten in Genf über 300 Vertreterinnen und Vertreter der Initiative aus 146 Ländern. Neben dem Erfahrungsaustausch und der Vernetzung ging es darum, Strategien zu entwickeln, damit in Zukunft möglichst jedes Neugeborene den besten Start ins Leben erhält. Nach aktuellen UNICEF-Zahlen könnten jährlich mehr als 800.000 Säuglinge vor dem Tod bewahrt werden, wenn sie vom Moment ihrer Geburt an über sechs Monate lang ausschließlich gestillt würden.

Im Anschluss an die Konferenz fand am 27.10.2016 das Netzwerktreffen der BFHI--Koordinatoren aus Industriestaaten statt. 45 Repräsentanten aus mehr als 30 Ländern befassten sich mit den spezifischen Herausforderungen an die Initiative in ihren Ländern.

Über 300 Delegierte aus fast 150 Ländern nahmen am BFHI-Kongress der WHO in Genf teil.

Grundlegende Dokumente

Grundlegende Dokumente

  • 1981 WHO-Kodex zur Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten Mehr erfahren
  • 1989 Gemeinsame Erklärung von WHO und UNICEF „Schutz, Förderung und Unterstützung des Stillen“ Mehr erfahren
  • 1990 Innocenti Declaration Mehr erfahren
  • 1991 Babyfriendly Hospital Initiative Mehr erfahren
  • 2004 „Protection, promotion and support of breastfeeding in Europe: a blueprint for action“. Mehr erfahren
  • 2010 Resolution “Infant and Young Child Nutrition” der World Health Assembly (WHA) Mehr erfahren

Im Juni 2004 haben 28 EU-Staaten in Dublin einen EU-Aktionsplan „Protection, promotion and support of breastfeeding in Europe: a blueprint for action“ aufgestellt. Auch Deutschland unterzeichnete die Erklärung, die die Eckpfeiler einer nachhaltigen Stillförderungspolitik als EU-Standard beschreibt. Die WHO/UNICEF-Initiative „Babyfreundliches Krankenhaus“ wird allen EU-Staaten empfohlen.

Die World Health Assembly (WHA), das höchste Entscheidungsorgan der WHO, hat in einer aktuellen Resolution vom Mai 2010 deutlich hervorgehoben, welche Bedeutung die Initiative "Babyfreundlich" für die Ernährung von Babys und Kleinkindern hat.

Babyfreundliche Krankenhäuser in der russischen Föderation

Stillunterstützung in Entwicklungsländern

Bei UNICEF International ist die Stillförderung eine der wichtigsten und erfolgreichsten Maßnahmen, um Kindersterblichkeit in Entwicklungsländern zu bekämpfen.

Mehr dazu erfahren beim Deutschen Komitee für UNICEF.

Fotos von: Deutsches Komittee für UNICEF
 

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